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[de] "(et)was zu Essen" oder "(et)was zu essen"?


(Jeremy S.) #1

Moin

Ich weiß, dass ihr es nicht wirklich mögt, wenn ich euch Fragen stelle, wie



Welche Form richtig ist, aber ich finde nichts im Internet und der Duden kann mir leider auch nicht helfen.

Das LanguageTool erlaubt mir hier beide Formen, wo ich mir nicht vorstellen kann, dass hier auch wirklich beide Formen erlaubt.

Was sagen Sie @Jan_Schreiber?

Ihr kennt euch besser aus, als ich und hier könnte man eine Regel einbauen, die nicht nur mir, sondern auch andere hilft.

Grüße Dallun511

Ps. Ich bedanke mich dafür, dass Ihr überhaupt euch die Zeit genommen habt, diesen Therad zu lesen.


(Knorr) #2

Laut https://www.duden.de/rechtschreibung/essen und canoo.net heißt es:
etwas zu essen haben / geben / bekommen


(Knorr) #3

Die passende Regel ist vermutlich erst übermorgen online.


(Jeremy S.) #4

@Knorr. ich habe gar nicht mit so einer schnellen Antwort gerechnet. Vielen Dank für die wirklich schnelle Antwort.

Grüße Dallun511


(Jan Schreiber) #5

Kann man die Regel evt. erweitern?
Mir fällt im Moment kaum ein Bsp. ein, wo "zu" + <großgeschriebenes Verb im Infinitiv> richtig wäre, aber ich kann mich sehr wohl irren.
Ausnahmen, die mir spontan einfallen, sind eher obskur: "Zu Siegen (der Stadt) wollte er sich nicht äußern."
Die Unsicherheit entsteht vielleicht dadurch, dass “zum Essen” (Substantivierung) nun wieder richtig ist.


(Jeremy S.) #6

Meine Unsicherheit liegt einfach daran, dass Essen, Trinken, Speisen, etc. auch Nomen sein können.

“Ich gebe ihr das Essen und Trinken.”
“Ich geben ihr was zu essen und zu trinken.

Für mich sind beide Sätze vom Inhalt gleich, aber was jetzt groß oder klein geschrieben wird, habe ich leider nie gelernt.

Ich weiß natürlich, dass “das Trinken und das Essen” groß geschrieben wird, nur bei was zu essen und zu trinken, war ich mir nie sicher, ob groß oder klein, weil der infinitiv von Verben nie Thema im Deutschunterricht war, selbst im Förderunterricht nicht.

Grüße Dallun511


(Knorr) #7

Das Problem kommt tritt ja nur dann auf, wenn es “Verb im Infinitiv” und “Substantiv” gibt, die gleich geschrieben werden. (In anderen Fällen sollte die “normale” Groß-Klein-Regel greifen.)
Für die Doppeldeutigkeiten gibt es schon einige Ausnahmen:

  • zu Schaden kommen - um ihm zu schaden
  • zu Tränen rühren - Die Augen begannen zu tränen
  • zu Pflanzen sprechen - um Blumen zu pflanzen
  • ihm zu Ehren - um ihn zu ehren
  • zu Lasten der Allgemeinheit - ?

Du kannst gerne die Regel erweitern!


(Jan Schreiber) #8

@Knorr Danke für die Antwort. Mir sind inzwischen auch Fälle eingefallen, die gegen eine simple Umsetzung sprechen, wie sie mir heute Vormittag vorschwebte. Ich dachte einfach an zu + Infinitiv als Regel, aber das würde grandios in die Hose gehen. Bsp.: “Zu Schränken habe ich ein gespaltenes Verhältnis.” Konstruiertes Beispiel, aber mir hat es klargemacht, dass meine Idee viel zu simpel war.


(Jan Schreiber) #9

Das ist mehr als verständlich. Ist leider schwierig.
Eines sollte man in meinen Augen niemals vergessen: Der hauptsächliche Sinn von Sprache besteht darin, dass man sich damit verständigt, und das kannst Du sehr gut! Deine Fehlermeldungen hier im Forum sind immer gut verständlich. Noch wichtiger: Kaum jemand sonst macht sich überhaupt die Mühe, uns auf diese Macken hinzuweisen.
Der logische Aufbau eines Textes ist viel wichtiger als Feinheiten der Groß- und Kleinschreibung oder der Kommasetzung. Lass Deinen Mut niemals sinken, edler Fremder!