Back to LanguageTool Homepage - Privacy - Imprint

Umgangssprachliche Vulgärausdrücke


#1

Hi. Ich schreibe auch in umgangssprachlicher Vulgärsprache und würde mir da mehr Unterstützung wünschen. Zum Beispiel kann ich nicht herausfinden, wie Ausdrücke wie “ran nehmen”, “dran nehmen”, “rum machen” – im Sinne von leidenschaftlich und wild lieben – “sich einen runter holen” und dergleichen wirklich geschrieben werden sollen. Auch der Duden hilft mir bei solchen Ausdrücken kaum weiter, weil die zugrundeliegenden Vollformen – “daran nehmen”, herum machen" teils andere Bedeutungen haben. Das ist nur ein Beispiel für Ausdrücke, die als so vulgär oder anstößig gelten, dass sie von vielen Programmen zwar erkannt, aber z. B. nicht als Korrektur vorgeschlagen werden. Aber wenn Menschen reden, achten sie nicht immer auf so was, und ich versuche den Leuten nach dem Mund zu schreiben.
Schreibe das, damit ihr von meiner Problematik wisst. Wenn ihr es nicht veröffentlichen solltet, bitte ich euch wenigstens, euch zukünftig über so etwas Gedanken zu machen. Sprache ist Sprache, meiner Ansicht nach.


(Jeremy S.) #2

Moin @Katrin

rum machen, hunter holen und ran nehmen werden in der Regel zusammengeschrieben.
Das LanguageTool erkennt zwar, dass herum + Verb zusammengeschrieben wird, aber nicht immer bei der umgangsprachlichen Form “rum”.

Dass der Duden nicht weiterhilft, ist für mich nichts Neues. Ich musste vieles selbst erkunden oder nachfragen, bis ich eine Antwort bekam, aber bei “herum, heran oder herunter” wird in der Regel immer zusammengeschrieben. Das Gleiche gilt auch für “ran, rum oder runter.”

Bei “dran oder daran” kommt es immer drauf an. Da gibt nur eine Regel, aber die ist zimlich schwammig.

Grüße Dallun511


(Jan Schreiber) #3

Vielen Dank für diesen Hinweis! Da müssen wir nicht ran klotzen, sondern ranklotzen.


#4

Ja, und da ist das Problem mit der deutschen Sprache, nicht wahr? “In der Regel” heißt ja nicht “immer” und wenn einem da kein Programm hilft, guckt man schnell ziemlich in die Röhre, weil ich mir so was auch schlecht merken kann. Das gleiche gilt für Groß- und Kleinschreibung. Aber Danke für die schnelle Antwort.
Habe aber gestern beim Überarbeiten zwei weitere Begriffe gefunden, die weniger vulgär sind:

raus hängen / heraushängen Z.B.: Den Chef raushängen lassen.

umstrich / herum streichen? Z. B.: Ein Lufthauch umstrich seine Brust.


(Jeremy S.) #5

Hört sich nach einer Liebesgeschichte an, um es einfach zu sagen. Aber du hast recht, dass es mehr Umgangsprache ist, als vulgär. Es muss nicht alles komplett vulgär sein, wenn das überhaupt möglich ist.

zusammen oder getrennt, solange es lesbar ist, kann man es zu Not ignorieren, sonst Dr. Google fragen. Der Duden beantwortet die meisten Fragen, sonst Dr. Bopp fragen. Dr. Bopp kann dir bestimmt weiterhelfen, wenn du absolut nichts finden solltest.

Fragen kostet nichts.

Die Probleme der deutschen Sprache kenne ich nur zu gut, aber Aufgeben sollte keine Option sein. Wegen des LanguageTool kann ich nur sagen, dass es ein gutes Programm ist, welches sich stetig weiterentwickelt und ich mit dem Programm meinen Spaß habe.

Grüße Dallun511


(Jan Schreiber) #6

Welche Verben werden denn konkret vermisst? Für “runter holen”, “raus hängen” und “rein kommen” bekomme ich schon Fehlermeldungen von der Regel ZUSAMMENSCHREIBUNG_HER.


#7

Hätte noch hunderte Beispiele. Will professionell schreiben, also das irgendwann veröffentlichen. Ich weiß, ich kriege dann einen Lektor, der das dann überarbeitet, aber allzu doof will ich dann nicht dastehen, wenn ich es einreiche. Und Getrennt-Zusammen und Groß-und-Klein (vor allem Substantivierungen) sind meine Achillesverse. Und, wie oben gesagt, helfen der Duden oder andere Programme bei Umgangssprache und vor allem Vulgärem kaum weiter. Die Rechtschreibkorrektur von Libre zeigt mir oft Zusammenschreibungen als Fehler an, die LanguageTool vorschlägt. Die werden einfach ins Standardwörterbuch übernommen und gut ist.


(Jeremy S.) #8

Ich schreibe seit 5 Jahren an irgendwelche Projekten. Ich weiß, wie viel Arbeit das ist.

Achil­les­fer­se. Hm. Ich finde Getrennt- und Zusammenschreibung nicht schwer zu erlernen, genauso, wie Groß- und Kleinschreibung. Da finde ich andere grammatischen Regeln immer wieder schlimmer zu verstehen.

Das LanguageTool ist vorerst auch für Umgangssprache und formelle Sprache gedacht. Nicht speziell für Schriftsteller, wie uns beide, weswegen es nicht immer weiterhelfen kann.

Da wäre ich vorsichtigt, denn ich habe eine gute Erfahrung mit dem LanguageTool hinter mir und habe schon Sachen gefunden, die nicht richtig waren, also blind alles einfügen, würde ich nicht. In der Regel passiert das selten, aber bei mir ist das schon öffter vor gekommen.

Beispiel: “Fang an zu beten”
LanguageTool-Fehlermeldung: "Meinten sie “anzubeten”?’

Das war ein Fehlalarm, welcher behoben wurd, weswegen nachdenken und gegebenenfalls auch eine Recherche nötig ist.

Wegen des Wörterbuches kann ich dir mitteilen, dass es weiterentwickelt wird und Ende des Jahres vielleicht eine neue Version zur Verfügung steht. Ansosten musst du, was du schon längst machst, auf das Benutzerwörterbuch von LibreOffice zurückgreifen.

Das muss ich schließlich auch, auch wenn meine Wörterbücher voller sein dürften als deine.

Aber ein wichtiger Tipp zum Schluss. Das LanguageTool verkraftet keine großen Dokumente, wie ein Roman oder eine große Kurzgeschichte. Ab circa 150T Wörter wird das LanguageTool langsam müde und die Performance nimmt ab. Ab 300T Wörter wird es langsam kritisch und das Schreiben wird eine PowerPoint-Präsentationen. Ab 500T Wörter wird es ein Krampf und ab über 800T Wörter kapituliert das LanguageTool, weil das Dokument zu groß ist.

Da hilft es nur noch die Kapitel in einzelen Dokumente aufzubewaren, weil der Spaß am Schreiben abnimmt. Du kannst dann alle zehn Kapiteln in ein Dokument aufteilen, um das zu verhindern, wenn du überhaupt große Geschichten schreibst. Ich weiß ja schließlich nicht, ob es ein Roman wird, wie bei mir.

Ansonsten kannst du im Forum immer wieder fragen. Hier findet sich immer eine Lösung.

Grüße Dallun511 Ferewo


#9

Da stimme ich dir nicht zu. In deinem Beispiel ist es korrekt, aber wenn sich die Bedeutung wandelt, kann die Zusammenschreibung richtig sein. Z. B.: “Es ist leicht, sie anzubeten.” Gibt mehrere Beispiele in der deutschen Sprache wie auch “in dem / indem”. Das ist ja das gemeine im Deutschen.

Denke, so groß wird es nicht. Brauch noch ein paar Kapitel und habe 108.000 Wörter. Hatte die Erfahrung aber mit einer defekten, eingebetteten Schrift gemacht.